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Kletterhelm Test 2022 – Ein geeigneter Helm ist Pflicht

von Tom | Aktualisiert am 6. Juli 2022 | Lesezeit 8 Minuten

Ein passender Kletterhelm gehört zur Klettersteigausrüstung unbedingt dazu. Er sollte wegen der erhöhten Steinschlaggefahr nicht nur auf dem Klettersteig selbst, sondern auch schon gegebenenfalls beim Zustieg auf den Kopf gesetzt werden.

Der Kletterhelm Test 2022 soll dir bei deiner Kaufentscheidung helfen. Bist du dir beim Helm nicht sicher, welchen du nehmen sollst, oder möchtest du mehr über die verschiedenen Helmarten erfahren, empfehle ich dir auch meine ausführliche Kletterhelm Test 2022 Kaufberatung weiter unten auf der Seite.

Jetzt erstmal die besten Helme der aktuellen Saison im Überblick.

 

Hinweis: Helme mit ausführlichem Testbericht des Kletterhelm Test sind mit „Test“ im Namen gekennzeichnet.

Black Diamond Half Dome Test

46,98 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 16:59
Preis/Leistungstipp
Salewa Toxo Test

41,50 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 16:59
Edelrid Shield II

68,31 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 18:01
Salewa Pura

51,49 € 60,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 18:01
Climbing Technology Galaxy

45,63 € 49,90 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 18:01
Petzl Sirocco

90,94 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 18:01
Petzl Borea

45,85 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 18:01
Petzl Boreo

52,42 € 56,52 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 18:01
Mammut Skywalker 2

ab 38,07 € 60,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 16:59
Edelrid Zodiac

ab 44,68 € 55,00 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 6. Juli 2022 17:02

Kletterhelm Test 2022 – Kaufberatung

Mit dieser Kaufberatung des Kletterhelm Test 2022 erfährst du alles Wichtige zu den verschiedenen Helmarten. Der Kletterhelm Test soll dir helfen, den optimalen Helm für dich zu finden, so dass du das Klettersteigvergnügen gut geschützt voll genießen kannst.

Helmarten

Fangen wir zunächst mit den verschiedenen Helmarten an. Auf dem Markt gibt es drei verschiedene Helmtypen.

HelmtypHartschaleIn-MouldHybrid
EigenschaftenRobuste Außenschale aus ABS Kunststoff

Kopfband aus gepolstertem Material
Dickes, hartes geschäumtes Material (Polystyren), das schon bei leichten Schlag eingedrückt wird und eine Delle bekommtDünne Außenschale aus ABS-Kunststoff

Innenleben aus Hartschaum
FunktionHohe Energieabsorption durch Schale (Steinschlag)Bei einem harten Schlag (Steinschlag oder Sturz) bricht das Styropor und fängt dabei einen Großteil der Stoßenergie abGeringe Energieabsorption durch Schale, deswegen muss eine Kombination durch innere und seitliche Schaumstoffpolster erfolgen
VorteileRobust

preisgünstig

Langlebig
Sehr leicht

Gute Kopfanpassung und Tragekomfort

Größere Belüftungsöffnungen möglich
Relativ unempfindlich gegen Schläge, nach Fall auf Boden und leichtem Steinschlag noch funktionsfähig.

preisgünstig
Nachteileschwer

geringerer Tragekomfort
Sehr empfindlich auf Stöße, Styropor bricht, Helm ist u.U. schon beim Fallenlassen auf den Boden nicht mehr brauchbar

teuer
schwerer

So hat man also die Wahl zwischen ultrarobust aber schwer, ultraleicht, dafür auch ultraempfindlich oder etwas schwerer, dafür aber relativ robust und unempfindlich gegen Stöße, Fallenlassen und andere kleine „Unfälle“.

Der Kletterhelm Test 2022 rät hier zu einem Hartschalen- oder Hybridhelm, da es am Klettersteig immer etwas „rauher“ zugeht und der Helm nicht unbedingt wie ein rohes Ei behandelt wird. Getreu dem altbekanntem Motto: „Wo gehobelt wird, da fallen Späne.“

Man braucht sich bloß mal leicht sich den Kopf am Felsen anhauen, (glaub mir – das kommt oft genug vor), dann ist der schöne In-Mould Helm unter Umständen schon kaputt. Das geringe Mehrgewicht einem Hybridhelms wird man eh nicht spüren – dafür sorgt schon das Adrenalin am Klettersteig. Der Helm wird ganz schnell vergessen, da man sich auf wichtigere Dinge am Steig konzentrieren muss.

Sicherheit von Helmen

Vorneweg möchte ich sagen, dass die Sicherheit bei allen Helmen gewährleistet ist, denn jeder Helm muss eine Reihe von normgeprüften Belastungstests überstehen, bevor er überhaupt auf den Markt gebracht werden darf. Auf den Kopf darf noch eine Kraft von maximal 10 kN (Kilo Newton) einwirken, wenn ein fünf Kilo schwerer Brocken aus zwei Metern Höhe auf den Helm fällt.

So schreibt es die Norm EN 12492 für Bergsteigerhelme vor. Die Anforderungen der UIAA sind noch etwas schärfer. Diese Norm lässt maximal 8 kN zu. In einer sogenannten „Durchdringungsprüfung“ wird Steinschlag simuliert, indem besonders spitze Gewichte verwendet werden. Auch die Festigkeit des Kinnbandes wird getestet.

Daher kannst du deinen Fokus bei der Helmauswahl entspannt auf andere Dinge legen und musst dich nicht ständig fragen, ob dein Wunschhelm des Kletterhelm Test 2022 auch sicher ist. Sicher sind sie nämlich alle.

Auf der folgenden Seite findest du detaillierte Angaben zu den Überprüfungsmethoden.

https://www.bergundsteigen.com/wp-content/uploads/2021/08/76-81-kopfschutz.pdf

Auf was solltest du also besonders bei einem Kletterhelm achten?

Passform

Die Passform ist eines der wichtigsten Eigenschaften überhaupt, die du beim Kauf von Kletterhelmen beachten solltest. Nichts darf wackeln oder auf dem Kopf herumrutschen. Ein Helm der auf dem Kopf nicht gut sitzt, ist nicht der Richtige für dich und kann dich im Ernstfall nicht optimal schützen – ja sogar gefährden. Außerdem wird er auf langen Touren wahrscheinlich unbequem werden.

Natürlich ist dein Empfinden rein subjektiv. Nicht jeder Helm passt auf jeden Kopf, das ist klar. Trotzdem wird es einen Helm geben der auf deinen Kopf besser passt als andere – Diesen solltest du dann in nähere Betrachtung ziehen.

Um ganz sicher zu gehen, solltest du also – falls sich die Möglichkeit bietet – in einen Laden gehen und ein paar Helme anprobieren. Dies muss einen anschließenden Onlinekauf ja nicht ausschließen.

Wie gehst du dabei vor? Setze den Helm auf den Kopf, ohne ihn zunächst festzuschnallen. Das ist wichtig, denn „anknallen“ kannst du den Helm immer. Das verfälscht aber das Ergebnis. Der Helm sollte sich also schon ohne weitere Anpassungsmaßnahmen nahezu perfekt an deinen Kopf anschmiegen. Dabei sollte der Helm auch nicht zu hoch auf dem Kopf sitzen und klobig wirken.

Prüfe anschließend mit den Fingern vorne, hinten und an den Seiten, ob sich allzu viel Luft zwischen deinem Kopf und dem Helm befindet. Wenn ja, probiere ein anderes Modell. Wenn nein – perfekt – der Helm hat den ersten wichtigen Test bestanden. Schau dir dann weiter die Bedienung und Anpassungsmöglichkeiten an.

Der Kletterhelm Test rät: Probiere nach Möglichkeit vor Ort ein paar Helme aus. Wenn ein Helm ohne ihn festzuschnallen schon nicht gut auf deinen Kopf passt, ist das ein K.O. Kriterium für den Helm! Er schützt dich im Ernstfall nur unzureichend und kann dich sogar gefährden.

Bedienung und Anpassung (Weiteneinstellung und Riemenkonstruktion)

Moderne Helme bieten eine Weitenverstellung des Kopfumfangs an, welche für die korrekte Fixierung des Helms am Kopf unbedingt notwendig ist. Meist lässt sich diese problemlos und komfortabel einhändig mit einem Verstellrad am Hinterkopf einstellen.

Es gibt auch Ratschen für die Verstellung. Sie sind zwar weniger anfällig als die hinten unterm Helm hervorstehenden Drehknöpfe, aber sie bieten keine zentrierte Fixierung.

Unter den Hinterkopf ziehbare Verstellungen sind relativ neu auf dem Markt, fand der Kletterhelm Test 2022 heraus. Man kann sie gut in den Helm versenken. So behindern sie nicht beim Transport wie konventionelle elastische Aufhängungen. Ebenfalls sollten die beiden Riemen am Ohr anpassbar sein, nicht auf das Ohr drücken oder hinter dem Ohr unangenehm einschneiden.

Der Kletterhelm Test rät: Bei guter Anpassung von Kopfumfang mittels Verstellrädchen oder Schnallen und Ohrriemen sollte ein Helm bei exakt waagrechter Lage mit komplett bedeckter Stirn (wichtig für Steinschlag) nicht verrutschen.

Belüftung und Komfort

Alle ABS-Hybridhelme und einige In-Mould-Helme besitzen oben eine harte Kopfauflage. Deshalb besitzen sie meist schweißabsorbierende Polster, die man mittels Klettverschluss auch leicht reinigen kann. Diese können aus härterem Schaumstoff oder auch aus kaum spürbarem Vliesmaterial sein, das sich der Kopfform perfekt anpasst.

Der Kletterhelm Test 2022 ergab, dass es an der Stirn und am Hinterkopf ebenfalls abklettbare Polster gibt.

Leider schwitzt man besonders unter dem Polster an der Stirn recht schnell. Aus diesem Grund wird die Wärme über mehr oder weniger große Belüftungsöffnungen an der Helmschale nach außen transportiert. Beim Helm eines Herstellers sind diese sogar verschließbar, was den Vorteil hat, den Helm bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen tragen zu können.

Der Mechanismus ist bei Skihelmen fast schon Standard, nun hält er auch bei den Kletterhelmen zunehmend Einzug. Wenn es draußen kälter wird, macht man einfach die Belüftungsschlitze zu.

Ich rate dir auch persönlich, keinen komplett schwarzen Helm zu kaufen. Im Sommer schwitzt es sich damit unerträglich.

Der Kletterhelm Test rät: Du solltest darauf achten, dass der Helm bequem ist, abwaschbare Polster besitzt und möglichst viele Öffnungen an der Stirn aufweist, so dass auch im Hochsommer die Stirn vom Wind belüftet angenehm kühl bleibt. Weitere Belüftungsöffnungen sind von Vorteil.

Ausstattung

Der Helm sollte mehrere Fixierungen für das Kopfband für Stirnlampen besitzen. Jetzt wirst du dich fragen, wozu brauche ich am Klettersteig eine Stirnlampe – ich will doch nicht in der Nacht gehen. Richtig, aber die Zustiege oder Abstiege von alpinen Klettersteigen führen oft durch unbeleuchtete dunkle Tunnels.

Außerdem kann es sein, dass man hin- und wieder in Zeitnot gerät und beim Abstieg dann immer mehr in die Dunkelheit kommt. Eigentlich sollte so etwas erst gar nicht passieren. Meist ist dafür eine fehlerhafte Planung der Klettersteigtour verantwortlich. Wenn es doch passiert – ist eine solche Befestigung dann von großem Vorteil. Natürlich vorausgesetzt, du hast auch eine Stirnlampe dabei. 😉

Außerdem erweitert so eine Befestigungsmöglichkeit den Einsatzbereich. Du kannst mit so einem Helm dann auch zum Beispiel problemlos auf Höhlenerkundungstour gehen. Allerdings solltest du aber auch darauf achten, dass die Plastikklammern für die Stirnlampe einigermaßen robust sind.

Der Kletterhelm Test rät: Achte auf Befestigungsmöglichkeiten in Form von Stirnlampenclips für eine Stirnlampe. Sie sind mit einer geeigneten Stirnlampe eine wertvolle Hilfe für die Zustiege und Abstiege und erweitern den Funktionsbereich deines Helms.

Gewicht

Das Gewicht wird bei reinen Helmen für den Klettersteig meiner Meinung nach etwas überbewertet. Sicher, die reinen In-Mould-Helme sind hier etwa um 30 Prozent leichter als ABS-Versionen, doch ist es die weit höhere Anfälligkeit (Helm kann schon beim Fall auf den Boden kaputtgehen) wirklich wert? Ich meine nicht.

Ich selber besitze als Autor des Kletterhelm Test 2022 mit dem Salewa Toxo Kletterhelm bestimmt kein Leichtgewicht unter den Helmen. Dieser Helm ist zwar ein reiner Hartschalenhelm, jedoch ist mir dieser Kletterhelm auch bei wirklich sehr langen Touren (über 8 Std.) nie unangehm im Gewicht aufgefallen.

Meist vergisst man den Helm auf dem Kopf durch die vielen Adrenalinschübe und die schönen Eindrücke auf einem Klettersteig ganz schnell.

Mein Tipp: Entscheide dich für einen Hartschalen- oder Hybrid-Helm. Diese Helme bieten optimalen Schutz bei noch geringem Gewicht, sind dafür aber hochbelastbar und unempfindlich gegen kleine Unachtsamkeiten wie „Fallenlassen“ oder „Kopf am Fels leicht anhauen“.

Der Kletterhelm Test rät: Ein möglichst leichter Helm bietet auf sehr langen Klettersteigen womöglich Tragevorteile. Auf den schwierigen kurzen Klettersteigen ist das Gewicht jedoch nicht ausschlaggebend und sollte die Kaufentscheidung daher nicht beeinflussen.

Kann ich auch einen Fahrradhelm als Kletterhelm benutzen?

Theoretisch ja – praktisch lieber nicht. Man sieht durchaus immer wieder mal ein paar Kletterfreunde, die mit einem Fahrradhelm auf dem Klettersteig unterwegs sind. Allerdings haben Fahrradhelme meist eine mehr oder weniger starke stromlinienoptimierte Form, die am Steig dann am Fels oftmals zu sperrig sein kann. Das heißt, du stößt mit dem Fahrradhelm dauernd irgendwo am Fels an.

Der zweite Grund ist aber noch viel wichtiger. Fahrradhelme sind sehr stark auf Tragekomfort ausgelegt und haben meist viele und noch dazu sehr große Lüftungsschlitze oben am Kopf – also genau da wo es bei einem Steinschlag am meisten weh tut! Nicht gut… 🙁

Im Klartext – Ein unglücklich fallender spitzer Stein bei einem Steinschlag – und da prasseln viele Steine – könnte dich genau da am Kopf treffen und zu schweren Kopfverletzungen führen.

Kann ich meinen Kletterhelm auch zum Fahrradfahren benutzen?

Nein, auf keinen Fall. Ein Kletterhelm ist dafür ausgelegt vor Steinschlag zu schützen, nicht aber einem starken Aufprall, wie bei einem Sturz vom Fahrrad, standzuhalten. Die Prüfnorm ist deswegen auch eine ganz andere. Fahrradhelme werden nach der Norm EN 1078 geprüft, Kletterhelme dagegen nach Norm EN 12492. Die Tests sind vollkommen unterschiedlich.

Wie bewertet der Kletterhelm Test 2022?

Der Kletterhelm Test 2022 prüft die Helme auf die Kriterien

  • Bedienung/Anpassung
  • Komfort
  • Technik/Ausstattung
  • Gewicht
  • Preis/Leistung

fasst diese zusammen und bildet anschließend ein Fazit. Wenn der Helm empfehlenswert ist, wird auch eine Kaufempfehlung ausgesprochen.

Schau dir auch meinen Vergleich der TOP 5 Kletterhelme an.


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